Chronik

 

I. Die siebziger Jahre

Wie alles anfing: Vom Freizeitschach zum Vereinsschach

Im Herbst 1972 wurde anlässlich eines Volkshochschulkurses die Gründung eines Schachklubs von Klaus Haupt angeregt und dann zum 1. Januar 1973 zusammen mit Friedhelm Wehrse, Wilhelm Gassmann, Bernhard Kiefer und Wolfgang Krumnow in die Tat umgesetzt.

Schnell gelang es danach dem ersten Vorstand, Klaus-Dieter Haupt, Wilfried Draumann, Friedhelm Wehrse und Frans Moors mit weiteren Schachfreunden wie Gerhard Buchholz, Reinhard Feegel, Bernhard Kiefer, Wilhelm Gassmann, Wicher Horzelenberg, Wilhelmus Rijmer und Gero von Hardenberg eine Turniermannschaft zusammenzustellen und beim Niedersächsischen Schachverband zu melden.

Neben Nienburg gab es jetzt einen zweiten Schachverein im Kreis. Dieses gelang aber nur, weil mit Frans Moors, Wicher Horzelenberg und Wilhelmus Rijmer auch 3 erfahrene holländische Schachfreunde aus der ortsansässigen Garnison dem Klub beitraten und sich aktiv einbrachten. In der Bezirksklasse B, bei den Bezirksmannschaftsmeisterschaften, sammelte das junge Team dann ab Ende 1973 erste Turniererfahrungen. Auch interne Vereinswettkämpfe wurden veranstaltet und Anfang 1974 hatte der Schachklub mit Klaus Dieter Haupt als Vorsitzenden seine Aktivitäten erneut verstärkt und einen kostenlosen Kursus für Schachanfänger in Stolzenau mit einem abschließenden Turnier angeboten.

Auf dieser Basis entwickelte sich die Jugendarbeit (Geert Rosenow und Jörg Aulemeyer kamen dazu), auf die der Verein von Anfang an ein besonderes Augenmerk legte. Die Klubabende fanden im Hotel Quellenhof statt und die Mannschaftsspiele im ersten Jahr im Gasthof „Zur Linde“ in Nendorf, ab 1974 in der Realschule in Stolzenau.

Klubmeisterschaften, Ranglisten- und Pokalturniere sowie Blitzmeisterschaften sorgten für ein reges Vereinsleben. Für den geordneten Ablauf und die Organisation der Mannschaftswettkämpfe war Spielleiter Wilfried Draumann zuständig, der im Jahr 1973 erster Klubmeister des Vereins wurde und 1974 von Frans Moors als Klubmeister abgelöst wurde. 1975 erkämpfte Siegfried Neumann den Titel des Klubmeisters, im Stechen um den Titel konnte er sich gegen Wilfried Draumann durchsetzen.
Gut gespielte bzw. besonders originelle Partien wurden darüber hinaus unabhängig von der Gewinnsituation mit einem „Schönheitspreis“ belohnt.

Jeder Vereinsspieler hatte die Möglichkeit, seine Partien beim Spielleiter einzureichen. Auf diese Weise sollten auch Nachwuchsspieler Anreize erhalten, sich mit ihren Partien auseinanderzusetzen. Der familiäre Charakter des Vereinslebens wurde durch regelmäßige gesellige Veranstaltungen, wie z. B. Schachbälle, Kegelabende und Wandertage geprägt. Freunde und Familienangehörige nahmen an diesen Aktivitäten mit Begeisterung teil.

Mitte der siebziger Jahre zeichneten sich mit dem Aufstieg der Mannschaft in die Bezirksklasse die ersten Erfolge ab. Auch die kontinuierliche Jugendarbeit machte sich bemerkbar, die talentierten Nachwuchsspieler zeigten ihre Leistungen, wie zum Beispiel der jüngste Spieler John Jacobs beim traditionellen Blitzturnier mit 11 Jahren und Ralf Thäte, der im Jahre 1977 aus den Vereinsmeisterschaften mit 14 Siegen und 10 Remispartien ungeschlagen hervorging! Zum 5-jährigen Bestehen konnte sich der Schachklub mit dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Bezirksklasse A und der Gründung der 2. Mannschaft, mit Mannschaftsführer Horst Sieben, über ein besonderes Jubiläumsgeschenk freuen.

Unter dem Vorsitz von Klaus Dieter Haupt mit dem Spielleiter Frans Moors und Wilfried Draumann als Jugendwart sowie zahlreichen weiteren aktiven Ehrenamtlichen hatte sich der Schachklub mit 32 männlichen und 7 weiblichen Mitgliedern mit den Veranstaltungen im Hotel Quellenhof in Stolzenau etabliert. Eine besondere Attraktion waren neben dem laufenden Spielbetrieb die jährlichen Freundschaftsspiele gegen den holländischen Schachklub Bladel, die von Frans Moors angeregt und organisiert wurden.

II. Die achtziger Jahre

Die legendären „Albert-Schachturniere“

Durch die erfolgreiche Jugendarbeit hatte der Verein Anfang der achtziger Jahre zahlreiche Jugendspieler integriert–neben Cord Lühring, Bodo Strempel und Gerd Branding war auch der erst 9-jährige Nils Bergmann ein vielversprechendes Nachwuchstalent. Die älteren Vereinsmitglieder hielten dem Verein die Treue, so dass schließlich alle Altersgruppen gut repräsentiert waren – vom jüngsten Vereinsmitglied mit 7 Jahren bis zum ältesten mit 80 Jahren. Weitere Mitglieder kamen hinzu, die sich auch im Vorstand engagierten.

Der Quellenhof wurde nun für die Klubabende zu klein und man fand mit dem KMT ein neues Spiellokal, das für viele Jahre Heimat wurde. Klaus-Dieter Haupt wurde im März 1985 als Vorstandsvorsitzender, nach 12-jähriger Amtszeit, von Andreas Schumann abgelöst.

Im März 1984 veranstaltete der Schachklub in Stolzenau erstmalig Freiluftschach. Das Schachspielen mit den überdimensionalen Schachfiguren auf öffentlichen Plätzen war attraktiv und wurde insgesamt immer beliebter. Auch der Gewerbeverein hatte schließlich Freiluftschach in das Programm der alljährlichen Sommerfestivitäten aufgenommen. Im November 1984 machten vier Nachwuchsspieler Schlagzeilen beim Jahrgangsturnier der hannoverschen Schachjugend – Nils Bergmann als ungeschlagener Gesamtsieger der C-Jugend, Markus Gohr, Mark Steinert und Carsten Meyer, letzterer als Gewinner der B-Jugend.

Diese jungen Spieler waren die Hoffnungsträger des Schachklubs und ihnen gelangen in den folgenden Jahren beachtliche, teilweise auch überregionale Turniererfolge. Bereits im April 1985 wurde Nils Bergmann beim Kongress der Niedersächsischen Schachjugend für die Landesauswahl der C-Jugend nominiert und hatte mit 1,5 Punkten einen maßgeblichen Anteil am Sieg der Schachjugend Niedersachsen gegen Berlin.

Anlässlich seines 10-jährigen Bestehens konnte der Schachklub Stolzenau auf eine erfolgreiche Jugendarbeit, eine gute Öffentlichkeitsarbeit und durch die Vielzahl der Aktivitäten auf ein außergewöhnlich harmonisches Vereinsleben zurückblicken. Gefeiert wurde das Klubjubiläum mit diversen Freundschaftsturnieren. Als Höhepunkt der Veranstaltungen fanden ein Simultanturnier mit dem Schachgroßmeister Dr. Helmut Pfleger sowie ein mit 8 Gruppen besetztes Schülerturnier mit Schülern aus den Schach-AG`s der umliegenden Schulen statt.

Im November 1985 veranstaltete der Schachklub erstmalig die Bezirks-Blitz-Einzelmeisterschaft. Am 1. Mai 1986 konnte auf Initiative des Vorsitzenden Andreas Schumann und mit Unterstützung der Albert-Ziegelwerke in Wellie erstmalig ein großes Schachturnier in vier Turnierklassen und 182 Teilnehmern ausgerichtet werden. Das war der Beginn einer neuen Ära – von nun an wurden die „Albert-Schachturniere“ jährlich ausgetragen und waren ein „Geheimtipp in der Schachszene“. Gespielt wurden 15-minütige Kurzpartien und der Wettbewerb der „Newcomer“ lockte viele Hobby-Schachfreunde, die auf diese Weise Zugang zum Verein fanden. Durch diese Veranstaltung gewann der Schachklub Jochen Weike, der am 1. 9. 1987 dem Klub beitrat und seit dieser Zeit eine der Stützen des Klubs ist.

Im Juli 1986 gelang den Stolzenauer Jugendspieler Marc Steinert, Andreas Thäte, Nils Bergmann und Markus Gohr ein großer Erfolg, sie wurden im Turnier des „Friese-Pokal“ Vizemeister im Bezirk Hannover. Ein weiterer Höhepunkt der Vereinsgeschichte folgte bereits im April 1988 in der Realschule Stolzenau – das Team Marc Steinert, Nils Bergmann, Cord Lühring, und Gerd Branding trat im Pokal gegen den HSK Hannover an, der in der 2. Bundesliga spielte. Leider ging der Kampf mit 0,5 : 3,5 verloren. Gerd Branding holte das Remis.

Mittlerweile feierte der Schachklub sein 15-jähriges Bestehen und konnte sich im März 1988 über den Aufstieg der Mannschaft in die Bezirksliga freuen.

Der Verein erlebte in den achtziger Jahren regelrecht eine Blütezeit – Aufstieg in die Bezirksliga – erfolgreiche Jugend und Nachwuchstalente – jährliche Preisturniere mit Schachfreunden aus dem In- und Ausland – die Mitgliederzahl des Schachklubs Stolzenau war auf 60 angestiegen!

III. Die neunziger Jahre bis heute

Im Mai 1990 musste die 1. Mannschaft nach zwei Jahren in der Bezirksliga den Abstieg in die Bezirksklasse hinnehmen. Am 6. Februar 1991 wurde der Vorstand neu besetzt – Frans Moors übernahm das Amt des Vorsitzenden und löste Andreas Schumann ab. Die Jugendarbeit war weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt der Vereinstätigkeit.

Im November 1991 fand mit Unterstützung der Ernst-Stewner-Stiftung das erste offene Nienburger Jugendturnier statt. Im April 1993 war der Schachklub Stolzenau mit den drei erfolgreichen Nachwuchsspielern Florian Röllig, Jan Henning und Volker Branding bei den Landesmeisterschaften der Niedersächsischen Schachjugend in Hannover vertreten.

Neben den „Albert-Schach-Turnieren“ hatte der Klub mit dem 20. Jubiläum ein weiteres Großereignis – es fand eine Werbewoche mit ca. 1400 Schachpartien statt. Zum Simultanturnier wurde Großmeister Eric Lobron eingeladen und die Stolzenauer Spieler traten gegen den in der Weltrangliste auf Platz 24 rangierenden Spitzenspieler selbstbewusst und mutig an, so dass sie schließlich zwei Siege (David Tuinenburg und F.K. Meyer) sowie ein Remis (Jochen Weike) verbuchen konnten. Von der Ernst-Stewner-Stiftung wurde das Turnier unterstützt.

Im April 1995 gewann die Stolzenauer Schachjugend den Meistertitel in der Bezirksliga. Jüngster Teilnehmer war der erst 8-jährige Wadim Sudorgin. Bereits zum 10. Mal fand das „Albert-Schach“ Turnier mit ca. 200 Teilnehmern, davon einem Großmeister und 6 Internationalen Meistern statt. Das Turnier hatte mit vielen Teilnehmern aus ganz Europa einen internationalen Charakter und war bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Im August 1995 bezog der Schachklub neue Räumlichkeiten in der Oldemeyerstr. 9 in Stolzenau. Die Mitgliederzahl blieb mit 61 stabil, obwohl einige holländische Spieler aufgrund der Auflösung des ortsansässigen Fernlenkwaffenregiments ausgeschieden waren.

Im Mai 1997 lösten die „Stolzenauer Open“ die Albert-Turniere ab, dieses Turnier fand nun jährlich mit ca. 200 Teilnehmern, mehreren Großmeistern und Internationalen Meistern in den Räumlichkeiten der Sparkasse Stolzenau statt. Ablauf und Rahmenbedingungen änderten sich nicht, so dass weiterhin das „Newcomer-Turnier“ eine gute Möglichkeit für Nachwuchs- und Hobbyspieler bot. 1999 erreicht das Nachwuchstalent des Schachklubs Stolzenau, Igor Boss hier den 7. Platz.

Jetzt wurde es Zeit das Internet zu nutzen und so entwickelte Carsten Meyer für den Klub eine Homepage. Diese wurde danach von Lutz Höpfner übernommen und zu einer informativen und attraktiven Visitenkarte des Klubs ausgebaut.
Weiterhin zeichnete sich der Verein durch ein harmonisches, geselliges Klubleben für Jung und Alt aus – im November 2002 war der älteste Spieler Walter Frost 90 und der Jüngste erst 7 Jahre alt – Hinrich Branning.

Nach dem 30jährigen Klubjubiläum folgte im Mai 2003 der Umzug des Schachklubs in die neuen Räumlichkeiten in der Schulstr. 5 in Stolzenau. Unter der Leitung des Vereinsvorsitzenden Wilfried Draumann (ab 2005) hat der Schachklub hier seine Aktivitäten fortgeführt, vereinsinterne Klub, Stadtmeisterschaften und Blitzturniere sowie die wöchentlichen Spieleabende mit diversen Freundschaftspartien. Interessierte Einsteiger werden von den langjährigen Klubmitgliedern unterstützt. Im Rahmen der Jugendarbeit bietet der Klub regelmäßig Schachunterricht für Kinder und Jugendliche an.

Das Traditionsturnier „ Stolzenau Classic Open“ hat seinen altbewährten Charakter behalten und wird weiterhin, jedes Jahr, von vielen Teilnehmern aus ganz Norddeutschland besucht.

Am 10. Januar 2011 wurde der langjährige Vorsitzende Frans Moors auf der Jahreshauptversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Ferner wurden zur Motivation mehrere Schüler-Schach-Turniere durchgeführt. Zum 40jährigen Klubjubiläum trug die 1. Mannschaft mit dem sportlichen Erfolg, des Aufstiegs in die Bezirksliga, bei. Sie gewannen alle Spiele. Die Spieler Nils Bergmann, Thomas Harms, Rainer Land, Jochen Weike, Lutz Höpfner, Andree Palatzky, Alexander Kandlen, Matthias Stief, Geert Rosenow und Horst Heine waren an diesem „freudigen Ereignis“ beteiligt.

IV. Der Vorstand

1. Vorsitzender

Klaus Haupt 1973 bis 1984
Andreas Schumann 1985 bis 1990
Frans Moors 1991 bis 1997
Andree Palatzky 1998 bis 2000
Frans Moors 2001 bis 2004
Wilfried Draumann 2004

Spielleiter

Wolfgang Krummnow 1973
Wilfried Draumann 1973 bis 1974
Frans Moors 1975 bis 1983
Geert Rosenow 1984 bis 1986
Klaus Haupt 1987 bis 1988
F. K. Meyer 1989 bis 1991
Jochen Weike 1992 bis 1998
Carsten Meyer 1999 bis 2000
Jochen Weike 2001

Kassenwart

Friedhelm Wehrse 1973 bis 1987
Michael Homann 1988 bis 1991
F. K. Meyer 1992 bis 1994
Dick van der Meer 1995 bis 2000
Horst Heine 2001 bis 2011
Peter Büschking 2012
Horst Heine 2013

Pressewart

Wilfried Draumann 1973 bis 1975
Siegfried Neumann 1976 bis 1979
Hans Fickenscher 1980
Bodo Strempel 1981
Wilfried Draumann 1982 bis 1983
Cord Lühring 1984 bis 1990
Peter Walther 1991 bis 1995
Wolfgang Schubert 1996
Manfred Schmidt 1997 bis 1998
Wolfgang Schubert 1999
Peter Walther 2000
Jan Henning 2001 bis 2002
Lutz Höpfner 2003
Dr. Guntram Bohnhorst 2006 bis 2007
Vakant 2008 bis 2009
Gabi Tautz 2010

Jugendwart

Wicher Horzelenberg 1973
Adriaan Schipper 1974
Wilfried Draumann 1975 bis 1981
Wolfgang Schubert 1982 bis 1983
Heinz Bergmann 1985 bis 1988
Jochen Weike 1989
Joachim Röllig 1990 bis 1992
Klaus Haupt 1993
Kurt Branding 1994 bis 1997
Olaf Lange 1998 bis 2000
Andree Palatzky 2001